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Der größte Sohn von Mainz-Kastel


Teil des Taschenbuches √ľber Adolphus Busch

23.11.2019 08:56:44 - Taschenbuch √ľber den Bier-K√∂nig Adolphus Busch von Ernst Probst und Doris Probst

 

(live-PR.com) -
St. Louis / Mainz-Kastel ¬Ė Die Geschichte des jungen Mannes, der mit 18 Jahren von Kastel am Rhein aus Deutschland nach St. Louis am Mississippi in die USA auswanderte, klingt wie ein modernes M√§rchen. Von den 22 Kindern seines Vaters war er das Vorletzte. Bereits mit vier verlor er seine Mutter, mit zw√∂lf seinen Vater. 1857 putzte der im Flusshandel t√§tige elternlose Deutsche in Amerika zeitweise noch Fenster und Fu√üb√∂den. 1859 wurde er Teilhaber und 1865 Besitzer einer Gro√ühandelsfirma. Seinen gr√∂√üten Erfolg feierte er als Lenker und Miteigent√ľmer der Brauerei seines Schwiegervaters Eberhard Anheuser, die er ab 1864 zur gr√∂√üten in St. Louis, in den USA und vielleicht sogar der ganzen Welt entwickelte. Der Name dieses genialen und experimentierfreudigen ¬ĄBier-K√∂nigs¬ď ist Adolphus Busch (1839¬Ė1913). Au√üer Brauereien besa√ü er auch eine Eisfabrik, Glasfabriken, eine Wagonfabrik, Eisenbahngesellschaft, Kohlebergwerke, eine Dieselmotorenfabrik, Banken und Hotels.

Busch f√ľhrte ein Leben in unvorstellbarem Luxus und machte sich als gro√üz√ľgiger Wohlt√§ter in den USA und in seiner Heimat verdient. Bei seiner ¬ĄGoldenen Hochzeit¬ď schenkte er 1911 seiner Gattin ¬ĄLilly¬ď, die ihn verw√∂hnte und 14 Kinder gebar, eine mit Diamanten und Perlen verzierte goldene Krone sowie jedem seiner Kinder eine Villa. Zu seinen Freunden geh√∂rten der amerikanische Pr√§sident, der deutsche Kaiser und der britische K√∂nig, die ihn respektvoll ¬ĄPrince¬ď nannten. Bei seinen Arbeitern in der Brauerei war er der ¬ĄKing¬ď. Sein Begr√§bnis von 1913 in St. Louis gilt als eines der ber√ľhmtesten des 20. Jahrhunderts. Seinen Erben hinterlie√ü er ein Verm√∂gen, das heute etwa 1,45 Milliarden US-Dollar entspricht.

Ernst Probst und Doris Probst aus Mainz-Kostheim haben √ľber den am 10. Juli 1839 in Kastel geborenen Bier-K√∂nig das 324 Seiten umfassende und reich bebilderte Taschenbuch ¬ĄAdolphus Busch¬ď ver√∂ffentlicht, das nur bei ¬ĄAmazon¬ď erh√§ltlich ist. Bei ihren Nachforschungen in Deutschland und in den USA stie√üen sie auf eine erstaunlich hohe Zahl sich einander widersprechender Angaben √ľber Adolphus Busch, seine Ehefrau ¬ĄLilly¬ď und deren Vater Eberhard Anheuser. Es hei√üt zum Beispiel, Ulrich Busch, der Vater von Adolphus habe 20, 21 oder 23 Kinder gezeugt. Adolphus und ¬ĄLilly¬ď werden 13 oder 15 Kinder angedichtet, aber es waren 14. Die Beiden hatten keinen Erstgeborenen namens Gustav, sondern eine Adoptivtochter namens Gustava. Der aus Kreuznach stammende und sp√§ter in Helmstedt als Seifensiedermeister arbeitende Eberhard Anheuser soll angeblich 1843 oder 1844 in die USA ausgewandert sein. Wahrscheinlicher ist aber 1842 als Auswanderungsjahr, was Johannes Westerkamp, der Autor einer faktenreichen Magisterarbeit √ľber Adolphus Busch erw√§hnt. Anheuser hatte nicht sechs Kinder, wie h√§ufig behauptet wird, sondern mindestens acht. Wirrwarr herrscht auch √ľber den Geburtsort von ¬ĄLilly¬ď. In der Literatur und im Internet werden oft Kreuznach und Braunschweig erw√§hnt. Doch glaubhafter ist St. Louis am Mississippi.

M√§rchenerz√§hler waren am Werk, wenn es um die Milit√§rzeit von Adolphus Busch w√§hrend des ¬ĄAmerikanischen B√ľrgerkrieges¬ď (1861-1865) ging. Die Angaben √ľber die Dienstzeit reichen bis 14 Monaten und sogar mehreren Jahren. Adolphus hat nie gegen Indianer und Pferdediebe gek√§mpft, wie manche Autoren behaupten. W√§hrend seiner Dienstzeit als Freiwilliger, die nur ein Vierteljahr dauerte, lebte er nicht in einer Kaserne, wie regul√§re Soldaten der Nordstaaten, sondern wohnte zuhause bei seiner jungen Ehefrau. Der am 10. Oktober 1913 in seiner Sommerresidenz ¬ĄVilla Lilly¬ď im Taunus gestorbene Adolphus ist noch im selben Monat glanzvoll in St. Louis bestattet worden und nicht erst 1915 w√§hrend des ¬ĄErsten Weltkrieges¬ď.

Angesichts der gro√üen Verdienste von Adolphus Busch als Unternehmer und Wohlt√§ter ist es erstaunlich, dass man in seinem Geburtsort Mainz-Kastel nicht schon l√§ngst eine Stra√üe oder einen Platz nach ihm benannt hat. Dies sollte man schleunigst nachholen, fordern die Autoren Ernst Probst und Doris Probst. Vor mehr als 100 Jahren h√§tte man in Kastel bereits einen Adolphus-Busch-Park haben k√∂nnen, f√ľr den Busch 100.000 Mark stiften wollte. Das 1902 auf Kosten von Adolphus und seines Bruder Ulrich errichtete imposante Gew√∂lbe √ľber der Quelle des Ochsenbrunnens in der Gemarkung Kastel existiert immer noch.



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