(Zusammenfassung - Neu: Verhandlungskreise; Hesse) Hoffen auf Tarifeinigung für Metallindustrie - Spitzen von Gewerkschaft und Arbeitgeber wollen angeblich Streik abwenden --Von Nina Jerzy--
(© ddp) 08.11.2008 18:03:01 - Kurz vor den entscheidenden Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie hoffen die Beteiligten offenbar auf eine rasche Einigung. Wie die «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung» (FAS) unter Berufung auf Verhandlungskreise berichtete, sollen die Vorstände von Gewerkschaft und Arbeitgebern am Dienstag (11. November) nach Stuttgart reisen, um einen Streik in letzter Minute abzuwenden. Arbeitgeber-Präsident Martin Kannegiesser zeigte sich vorsichtig optimistisch, dass der Tarifkonflikt in der kommenden Woche gelöst werden kann.
(live-PR.com) -
Berlin (ddp). Kurz vor den entscheidenden Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie hoffen die Beteiligten offenbar auf eine rasche Einigung. Wie die «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung» (FAS) unter Berufung auf Verhandlungskreise berichtete, sollen die Vorstände von Gewerkschaft und Arbeitgebern am Dienstag (11. November) nach Stuttgart reisen, um einen Streik in letzter Minute abzuwenden. Arbeitgeber-Präsident Martin Kannegiesser zeigte sich vorsichtig optimistisch, dass der Tarifkonflikt in der kommenden Woche gelöst werden kann.
Wie die «FAS» weiter berichtete, ist laut Stimmen aus Verhandlungskreisen in der Nacht zum Mittwoch ein Durchbruch möglich: «Eine Einigung ist wahrscheinlicher als ein Streik.»
Kannegiesser hatte gesagt, eine Einigung erscheine «nicht als unmöglich». Auf der Basis des ersten Angebots von 2,1 Prozent Lohnerhöhung 2009 und einer Einmalzahlung für November und Dezember 2008 solle verhandelt werden. «Die Struktur unseres Angebots bietet Ansatzpunkte», sagte der Gesamtmetall-Chef. Am Dienstag wollen die Tarifpartner im traditionellen Pilotbezirk Baden-Württemberg weiter nach einer Lösung für die 3,6 Millionen Beschäftigten der Branche suchen.
Derweil signalisierte IG-Metall-Chef Berthold Huber Entgegenkommen und bot den Arbeitgebern längere Laufzeiten für einen Tarifvertrag an. Wenn die Lohnzahl stimme, «hätte die IG Metall kein Problem damit »über 18 oder gar 20 Monate abzuschließen«, sagte Huber. Er verstehe, dass die Betriebe Planungssicherheit bräuchten.
Huber beharrte zwar auf der Acht-Prozent-Forderung der IG Metall, räumte aber ein, dass sich die wirtschaftliche Lage verschlechtert habe, seitdem die Gewerkschaft diese Forderung beschlossen hat. Der Tarifabschluss werde daher »Atmungsmöglichkeiten« enthalten. Unternehmen, die wegen der Wirtschaftskrise in Schwierigkeiten gerieten, bot Huber betriebliche Sonderlösungen an. Die IG Metall sei »unter bestimmten Voraussetzungen zu einzelbetrieblichen Abweichungen« vom Flächentarif bereit. »Denkbar sind zum Beispiel temporäre Arbeitszeitverkürzungen ohne Lohnausgleich«, sagte Huber.
Sollte es jedoch bei dem bisherigen Angebot der Arbeitgeber bleiben, »müssen wir am Dienstag gar nicht mehr weiterreden«, warnte Huber. Komme es am Dienstag zu keiner Einigung, werde der IG-Metall-Vorstand am Mittwoch das Scheitern der Verhandlungen beschließen und am Donnerstag die Urabstimmung einleiten. Huber: »Am darauffolgenden Montag beginnt dann der Arbeitskampf.«
Der Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Hannes Hesse, warnte vor Warnstreiks. Ein zu hoher Tarifabschluss könnte auch negative Folgen für die Arbeitsplätze haben, sagte er.
Die IG Metall fordert für die bundesweit rund 3,6 Millionen Beschäftigten der Branche acht Prozent mehr Geld. Die Arbeitgeber bieten ab Januar 2,1 Prozent mehr Lohn und eine Einmalzahlung in Höhe von 0,8 Prozent eines Jahreseinkommens für November und Dezember 2008.
(Weitere Quellen: Kannegiesser in der «Südwest Presse» (Samstagausgabe); Huber in der »Wirtschaftswoche«; Hesse im Kölner »Sonntag-Express")
ddp.djn/nje/muc © ddp

