Wirtschaft & Industrie

(Zusammenfassung - Neu: Merkel, Steg) Regierung kann bei Inflation nichts unternehmen - Steigende Energiepreise auch Standortvorteil - Erneuerbare Energien fördern --Von Nadine Schimroszik--

ddp) 04.07.2008 17:00:16 - Die Bundesregierung kann den Sorgen der Deutschen vor weiteren Preissteigerungen kaum etwas entgegensetzen. Gegen von außen verursachte Entwicklungen und Spekulationen sei mit nationalen Mitteln der Haushalts- und Steuerpolitik nichts zu unternehmen, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg am Freitag in Berlin. Laut Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kann die Politik lediglich dazu beitragen, die einseitigen Abhängigkeiten vom Öl zu verringern, erneuerbare Energien besser zu nutzen und das Sparen beim Verbrauch zu erleichtern. Auch der Weiterbetrieb sicherer Kernkraftwerke gehöre dazu, sagte Merkel der «Wirtschaftswoche».


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Köln (ddp.djn). Die Bundesregierung kann den Sorgen der Deutschen vor weiteren Preissteigerungen kaum etwas entgegensetzen. Gegen von außen verursachte Entwicklungen und Spekulationen sei mit nationalen Mitteln der Haushalts- und Steuerpolitik nichts zu unternehmen, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg am Freitag in Berlin. Laut Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kann die Politik lediglich dazu beitragen, die einseitigen Abhängigkeiten vom Öl zu verringern, erneuerbare Energien besser zu nutzen und das Sparen beim Verbrauch zu erleichtern. Auch der Weiterbetrieb sicherer Kernkraftwerke gehöre dazu, sagte Merkel der «Wirtschaftswoche».
Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) kritisierte vor diesem Hintergrund den Atomausstieg. Außerdem forderte der Minister in der Online-Ausgabe des Magazins «Cicero», «stärker auf unsere heimischen Energien» zurückzugreifen und «insbesondere den Ausbau der erneuerbaren Energien» voranzutreiben.
Ähnlich argumentierte der Umwelt- und Rohstoffexperte am Institut für Weltwirtschaft in Kiel, Gernot Klepper. Bei der Nutzung regenerativer Energie müsse «über die nationalen Grenzen» hinaus gedacht und der «Import dieser Energieformen» ins Auge gefasst werden, sagte Klepper der «Landeszeitung Lüneburg». Bei Öl, Kohle und Gas werde das schon lange getan.
Der Chef und persönlich haftende Gesellschafter der Unternehmensgruppe Vorwerk, Peter Oberegger, sieht jedoch in den hohen Energiepreisen auch Vorteile für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Die steigenden Energiekosten böten keinen Vorteil mehr, die Produktion an andere Standorte außerhalb Europas zu verlagern, sagte Oberegger im Deutschlandradio Kultur. Selbst die hohen Lohnkosten in Deutschland wögen nicht mehr die Kosten für die Logistik auf, wenn ein Produkt von Asien nach Europa zurückgebracht werden müsse.
In Deutschland wurde im Juni mit 3,3 Prozent die höchste Teuerungsrate seit 15 Jahren registriert. In der Euro-Zone stieg die Inflation sogar um vier Prozent, das sind zwei Prozent mehr als das von der Europäischen Zentralbank (EZB) gesetzte Ziel für Preisstabilität. Daraufhin hatte die EZB am Donnerstag ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 4,25 Prozent erhöht.
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