(Zusammenfassung - Neu: Mehr Details) Tarifabschluss nach Marathonsitzung - Drohender Streik in Metall- und Elektroindustrie ist abgewendet - 4,2 Prozent mehr Lohn --Von Tanja Wolter--
(© ddp) 12.11.2008 16:00:13 - Der Tarifkonflikt in der Metall- und Elektroindustrie ist beigelegt. Bei der vierten Verhandlungsrunde im traditionellen Pilotbezirk Baden-Württemberg verständigten sich die IG Metall und der Arbeitgeberverband Südwestmetall am Mittwoch nach einem gut 22-stündigen Verhandlungsmarathon in Sindelfingen auf einen Tarifvertrag. Er sieht bei einer Laufzeit von 18 Monaten eine Erhöhung der Löhne um insgesamt 4,2 Prozent und zudem zwei Einmalzahlungen vor. IG Metall und Gesamtmetall empfahlen die Übernahme für alle 3,6 Millionen Metaller in ganz Deutschland. Der drohende Arbeitskampf ist damit abgewendet.
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Sindelfingen (ddp). Der Tarifkonflikt in der Metall- und Elektroindustrie ist beigelegt. Bei der vierten Verhandlungsrunde im traditionellen Pilotbezirk Baden-Württemberg verständigten sich die IG Metall und der Arbeitgeberverband Südwestmetall am Mittwoch nach einem gut 22-stündigen Verhandlungsmarathon in Sindelfingen auf einen Tarifvertrag. Er sieht bei einer Laufzeit von 18 Monaten eine Erhöhung der Löhne um insgesamt 4,2 Prozent und zudem zwei Einmalzahlungen vor. IG Metall und Gesamtmetall empfahlen die Übernahme für alle 3,6 Millionen Metaller in ganz Deutschland. Der drohende Arbeitskampf ist damit abgewendet.
Die rund 800 000 Metaller in Baden-Württemberg erhalten auf Grundlage des Tarifvertrages ab Februar kommenden Jahres 2,1 Prozent mehr Lohn und ab Mai nochmals 2,1 Prozent, wobei die zweite Stufe betrieblich um bis zu sieben Monate verzögert werden kann. Hinzu kommt eine Einmalzahlung in Höhe von 510 Euro für die Monate November 2008 bis Januar 2009 sowie eine weitere Einmalzahlung für Mai bis Dezember 2009 von je 0,4 Prozent eines Monatsentgeltes. Der Tarifvertrag läuft bis April 2010.
«Es ist kein Ergebnis, das uns in Euphorie fallen lässt», räumte IG-Metall-Chef Berthold Huber bei der Vorstellung des Tarifvertrages ein. Angesichts der «historisch schwierigen Lage» im Zuge der Finanzmarktkrise sei es jedoch «ordentlich». Huber äußerte dabei erhebliche Zweifel, dass die IG Metall mit einem Streik mehr hätte herausholen können. Er könne mit diesem Kompromiss angesichts der wirtschaftlichen Turbulenzen «einigermaßen ordentlich leben».
Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser sagte, mit dem Kompromiss hätten die Tarifparteien bewiesen, dass sie «auch in schwierigen Zeiten handlungsfähig sind». Er sprach in Sindelfingen von einem «ausgewogenen Ergebnis», das von Gesamtmetall «einstimmig» zur Übernahme empfohlen worden sei.
Erzielt wurde der Tarifabschluss von den baden-württembergischen Verhandlungsführern, wobei die Bundesvorstände von Gewerkschaft und Arbeitgebern immer wieder informiert und einbezogen worden waren. IG-Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann sagte, nach einer rekordverdächtigen Verhandlungszeit sei es gelungen, einen Arbeitskampf abzuwenden. Für die Beschäftigten bringe der Abschluss zwar nicht nur schöne, sondern auch «kritische» Seiten mit sich. Es sei jedoch verhindert worden, dass die Mitarbeiter von der guten Unternehmensentwicklung 2008 «abgekoppelt» würden.
Südwestmetall-Chef Jan Stefan Roell sprach von einem «guten Tag». Den Tarifparteien sei es gelungen, einen «besonders schwierigen Konflikt» zu lösen, auch wenn man nicht von einem «moderaten» Abschluss sprechen könne. Beide Seiten seien vielmehr an ihre Grenzen gegangen. Die Arbeitgeber hätten jedoch ihr Ziel erreicht, deutlich unter dem Abschluss von 2007 zu bleiben. Dieser hatte verteilt auf 19 Monate Lohnerhöhungen in Gesamthöhe von 5,8 Prozent umfasst.
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