Wirtschaft & Industrie

(Zusammenfassung - Neu: mehr Details) Hamburg kämpft für «deutsche Lösung» - Wirtschaftssenator dringt auf Verkauf von Hapag-Lloyd an deutschen Konzern --Von Michael Best und Nadine Schimroszik--

ddp) 04.07.2008 17:27:12 - Der Hamburger Senat setzt sich mit Nachdruck für eine «deutsche Lösung» bei der zum Verkauf stehenden größten deutschen Reederei Hapag-Lloyd ein. Wirtschaftssenator Axel Gedaschko (CDU) stellte sich am Freitag demonstrativ hinter den Betriebsrat des Traditionsunternehmens. Der Senat würde einen Verkauf der TUI-Tochter an ausländische Investoren als «unfreundlichen Akt» betrachten. Auch die Koordinatorin der Bundesregierung für maritime Wirtschaft, Dagmar Wöhrl (CSU), erklärte den Verbleib von Sitz und Unternehmensführung in Deutschland für den Standort als sehr wichtig. Klaus-Michael Kühne, Chef des Logistik-Konzerns Kühne + Nagel, sprach sich ebenfalls gegen einen Verkauf ins Ausland aus.


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Hamburg (ddp). Der Hamburger Senat setzt sich mit Nachdruck für eine «deutsche Lösung» bei der zum Verkauf stehenden größten deutschen Reederei Hapag-Lloyd ein. Wirtschaftssenator Axel Gedaschko (CDU) stellte sich am Freitag demonstrativ hinter den Betriebsrat des Traditionsunternehmens. Der Senat würde einen Verkauf der TUI-Tochter an ausländische Investoren als «unfreundlichen Akt» betrachten. Auch die Koordinatorin der Bundesregierung für maritime Wirtschaft, Dagmar Wöhrl (CSU), erklärte den Verbleib von Sitz und Unternehmensführung in Deutschland für den Standort als sehr wichtig. Klaus-Michael Kühne, Chef des Logistik-Konzerns Kühne + Nagel, sprach sich ebenfalls gegen einen Verkauf ins Ausland aus.
Gedaschko unterzeichnete am Freitag gemeinsam mit anderen Politikern eine Fünf-Punkte-Erklärung, worin die strategische Bedeutung der Reederei für Hamburg, die deutsche Wirtschaft und den Wettbewerb in der Weltschifffahrt betont wird. Unterdessen erklärte Wöhrl, der Verkauf der Reederei sei zwar eine Entscheidung des TUI-Konzerns, die Bundesregierung habe aber großes Interesse am Erhalt der Arbeitsplätze bei Hapag-Lloyd und in deren Umfeld. Sie stellte sich hinter das Engagement des Senats und von Hamburger Investoren, die Reederei in Hamburg zu halten. Eine Bundesbeteiligung sei aber nicht vorgesehen.
Konkrete Angaben über weitere strategische Schritte des Senats wie eine mögliche finanzielle Beteiligung oder Bürgschaften wollte Gedaschko aus Rücksicht auf laufende Verhandlungen nicht machen. Das «Spiel, das hier gespielt wird, hat solche Dimensionen, und diejenigen, um die es geht, sind wie scheue Rehe», dass dem Senat bei jeder vorzeitigen Offenlegung die «taktischen Momente sofort aus der Hand geschlagen» würden, sagte Gedaschko.
Indirekte Kritik richtete Gedaschko auch an den Mutterkonzern TUI. Bei einem Verkauf ins Ausland und einem Abzug der Reedereizentrale aus Hamburg sei davon auszugehen, dass mindestens die Hälfte der 2000 Arbeitsplätze in Deutschland wegfallen.
Unterdessen betonte Kühne, dessen Firma zu einer deutschen Bietergruppe gehört, die Hapag-Lloyd übernehmen möchte: «Deutschland als führende Exportnation braucht eine eigene Schifffahrt als strategisches Element im Welthandel». Zudem kritisierte der Manager die Rolle der Deutschen Bank beim Verkauf von Hapag-Lloyd. «Ich finde es gar nicht gut, dass sich ausgerechnet die Deutsche Bank so sehr für eine ausländische Lösung einsetzt», sagte Kühne «Spiegel Online». Die Deutsche Bank, die den Reederei-Verkauf begleitet, hatte auch Verkaufsprospekte an Interessenten aus Fernost verteilt, unter anderem an asiatische Schifffahrtsunternehmen und Staatsfonds.
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