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Unscheinbarer Moment mit Folgen



16.10.2017 11:12:45 - Lothar Schöne legt seinen neuen Roman vor, in dem er den Leser in eine Geschichte schickt, die im Dreieck Frankfurt, Mainz und Berlin auch das Schicksalhafte deutsch-jüdischer Geschichte zum verwirrend-rätselhaften Moment der Handlung werden lässt.

 

(live-PR.com) -
Von Lothar Schöne wird unterhaltend bis tiefgründig „Jener unscheinbare Moment“, so der Titel, geschildert, wie er immer wieder die Lebensbahnen bestimmen kann. Dem Autor gelingt es aber, in der Schilderung am Beispiel des liebestrunkenen Studiosus Mischa das Schwergewichtige zu nehmen, das ihm von deutsch-jüdischer Herkunft her auferlegt ist.

Leicht, wortspielerisch, ironisch werden dem Leser Aha-Momente geboten, die einen unterhaltend kurzweiligen Fortgang sichern und vor dem auch mal Banalen des Alltäglichen bewahren helfen. Bis dann aber ein Geheimnis der Geschichte im dann doch ernsten Tonfall eine leicht kriminalistische Note gibt und Spannung entstehen lässt.

So sind es drei Ebenen, die der Roman ineinander fließen lässt. Die enge familiale Bindung im Frankfurter Elternhaus des jungen Helden, sodann das studentisch, von Witz und Milieu gefärbten Leben in einem Mainzer Studentenhaus und die Widerspiegelung der Handlung in der mittelalterlichen Geschichte von Tristan und Isolde. Jener Schlüsseltext also, der die Zeitlosigkeit der mittelalterlichen Geschichte am Beispiel des berühmten Liebespaars beweist. Denn in Parallele dazu stehen Lothar Schönes Romanhelden Mischa und seine plötzlich entschwundene Liebe. Der Leser muss dennoch nicht fürchten, dass er in einer akademischen Romanwelt landet. Die ironischen Deutungen auf dem Pfad logischer Enthüllungen, die der Autor aus jeder möglichen Situation, unabhängig von Ort und Handlung herausholt, sind für den Leser ganz allgemein von erkenntnis- und gewinnreichem Scharfsinn.

Das zeichnet den Autor besonders aus, weil er spannende Unterhaltung nicht nur allein in der Handlung entstehen lässt, sondern sie anreichert im ironischen, wortspielerischen Dialog, im Nebensatz, im Detail. Gerne auch entzaubert der Autor die Momente, sobald sie in allzu große Tiefgründigkeit geraten könnten. Einzig, wo das Schicksalhafte von Geheimnis und Enthüllung an die Oberfläche gerät, da waltet Ernsthaftigkeit, da spricht auch eher mal der Autor wissend und reif im jungen, der Liebe verfallenen Helden. Ernst herrscht auch, wenn es um die Liebe selbst geht, da wird das Buch wie eine Lehrfibel über die Liebe und die unterschiedliche Sicht auf sie bei Mann und Frau, da wird auch Erna als Vertrauensperson zur klassischen Romanfigur einer mitverschwörerischen Tante, bis ihr eigenes Schicksal plötzlich mit einem Geheimnis zerbrochener Liebe die Handlung vorantreibt. Über dessen Enträtselung hofft aber Mischa die Lösung für sein eigenes Geheimnis um die eigene rätselhaft verschwundene Liebe finden zu können. Bis zur Auflösung wird der Leser in Spannung gehalten unter dem Kierkegaardschen, dem Buch vorangestelltem Motto „Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden“.

Lothar Schöne
Jener unscheinbare Moment. Roman
Klöpfer & Meyer, Tübingen 2017
262 Seiten, geb. mit Schutzumschlag
ca. F [D] 22,– / [A] 22,70
ISBN 978-3-86351-443-3
eBook: ISBN 978-3-86351-336-8
www.kloepfer-meyer.de

Lothar Schöne gehöre, schreibt die WELT, zu den großen stillen Erzählern der Zeit, die ohne Getöse sich mit leichter Hand den angeblich so schweren Themen, die uns alle angehen und beschäftigen, widmen. Und die F.A.Z nennt ihn einen hinreißenden Erzähler mit doppelbödigem Witz gepaart mit Spannung und Heiterkeit. Er beherrsche, so der Südwestfunk, die leichte und geistreiche Form des Schreibens und bietet frechen unverbrauchten Witz.

Mit dem Roman „Jener unscheinbare Moment“ gibt Lothar Schöne wieder ein gelungenes Beispiel seiner schriftstellerischen Kunst, die er auch zu vermitteln weiß als promovierter Germanist, Hochschullehrer, Drehbuchautor. Sein Roman „Das jüdische Begräbnis“ wurde in sechs Sprachen übersetzt. Bei Klöpfer & Meyer erschienen 2010 der Roman „Das Labyrinth des Schattens“ und 2012 die schwarzen Geschichten „Schall und Rauch“. Lothar Schöne erhielt eine Reihe von Auszeichnungen und Preisen, darunter das Villa-Massimo-Stipendium in Rom, den Offenbacher Literaturpreis, den Erfurter Stadtschreiberpreis, zuletzt den Rheingau-Taunus Kulturpreis.





Presse-Information:
Klöpfer & Meyer GmbH & Co. KG



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