Wirtschaft & Industrie

Senator: Hapag-Lloyd-Verkauf ins Ausland wäre «unfreundlicher Akt»

ddp) 04.07.2008 16:30:16 - Der Hamburger Senat setzt sich mit Nachdruck für eine «deutsche Lösung» bei der zum Verkauf stehenden größten deutschen Reederei Hapag-Lloyd ein. Der Wirtschaftssenator der Hansestadt, Axel Gedaschko (CDU), stellte sich am Freitag demonstrativ hinter den Betriebsrat des Traditionsunternehmens und sagte, der Senat würde einen Verkauf an ausländische Investoren als «unfreundlichen Akt» gegen die Reederei-Belegschaft wie auch die Hansestadt betrachten. Gedaschko unterzeichnete gemeinsam mit Wirtschaftsstaatsrat Gunther Bonz und den Hapag-Lloyd-Betriebsräten Uwe Klein und Dieter Lübkemann eine Fünf-Punkte-Erklärung, worin die strategische Bedeutung der Reederei für Hamburg, die deutsche Wirtschaft und den Wettbewerb in der Weltschifffahrt betont wird.


(live-PR.com) -
Hamburg (ddp). Der Hamburger Senat setzt sich mit Nachdruck für eine «deutsche Lösung» bei der zum Verkauf stehenden größten deutschen Reederei Hapag-Lloyd ein. Der Wirtschaftssenator der Hansestadt, Axel Gedaschko (CDU), stellte sich am Freitag demonstrativ hinter den Betriebsrat des Traditionsunternehmens und sagte, der Senat würde einen Verkauf an ausländische Investoren als «unfreundlichen Akt» gegen die Reederei-Belegschaft wie auch die Hansestadt betrachten. Gedaschko unterzeichnete gemeinsam mit Wirtschaftsstaatsrat Gunther Bonz und den Hapag-Lloyd-Betriebsräten Uwe Klein und Dieter Lübkemann eine Fünf-Punkte-Erklärung, worin die strategische Bedeutung der Reederei für Hamburg, die deutsche Wirtschaft und den Wettbewerb in der Weltschifffahrt betont wird.
Gedaschko sagte, er habe mit der Bundesregierung Kontakt aufgenommen. Deren Koordinatorin für die maritime Wirtschaft, Dagmar Wöhrl, teilte in einer Erklärung mit, der Verkauf der Reederei sei zwar eine Entscheidung des TUI-Konzerns, die Bundesregierung habe aber großes Interesse am Erhalt der Arbeitsplätze bei Hapag-Lloyd und in deren Umfeld. Der Verbleib von Sitz und Unternehmensführung in Deutschland sei für den Standort sehr wichtig. Wöhrl stellte sich hinter das Engagement des Senats und von Hamburger Investoren, die Reederei in Hamburg zu halten. Eine Bundesbeteiligung sei aber nicht vorgesehen.
Konkrete Angaben über weitere strategische Schritte des Senats wie eine mögliche finanzielle Beteiligung oder Bürgschaften wollte Gedaschko aus Rücksicht auf laufende Verhandlungen nicht machen. Das «Spiel, das hier gespielt wird, hat solche Dimensionen, und diejenigen, um die es geht, sind wie scheue Rehe», dass dem Senat bei jeder vorzeitigen Offenlegung die «taktischen Momente sofort aus der Hand geschlagen» würden, sagte Gedaschko.
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