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Nicht jeder Urvogel ist ein Archaeopteryx


Titel des Taschenbuches über Compsognathus

09.08.2019 15:26:22 - Bei der Entdeckung von 150 Millionen Jahre alten Urvögeln in Bayern kam es immer wieder zu kuriosen Irrtümern.

 

(live-PR.com) -
München / Wiesbaden – „Neuer Urvogel sticht Archaeopteryx aus“, jubelte eine deutsche Boulevard-Zeitung im Sommer 2019. Der bisher als einziger flugfähiger Vogel seiner Zeit geltende Archaeopteryx habe überraschend Konkurrenz bekommen, erfuhr man. Auslöser für die Sensationsmeldung war der 2017 geglückte Fund eines fossilen Flügels aus der Jurazeit vor etwa 150 Millionen Jahren in Bayern.

Das in einem Steinbruch am Schaudiberg bei Mörnsheim entdeckte Fossil erhielt den wissenschaftlichen Namen Alcmonavis poeschli. Dieser Begriff beruht auf dem alten keltischen Namen Alcmona für die Altmühl und dem Namen des Entdeckers Roland Pöschl. Die erste wissenschaftliche Beschreibung erfolgte durch die Forscher Oliver W. M. Rauhut (München), Helmut Tischlinger (Stamham) und Christian Foth (Fribourg).

Den Neufund des Flügels hat man zunächst als Teil eines Urvogels der bereits bekannten Gattung Archaeopteryx angesehen, weil Ähnlichkeiten vorliegen. Doch Alcmonavis war etwas größer als Archaeopteryx und konnte ofenbar auch besser fliegen, worauf Muskelansatzstellen am Flügel hindeuten. Zudem habe Alcmonavis mehrere Merkmale geologisch jüngerer Vögel, die Archaeopteryx nicht besäße. Das deute auf ein bessere Anpassung an den aktiven Flatterflug hin.

Der Name Archaeopteryx („Alte Feder“, „Alter Flügel“ oder „Urschwinge“) wurde bereits 1861 von dem Frankfurter Paläontologen Hermann von Meyer für eine 1860 im Gemeindesteinbruch von Solnhofen geborgene Vogelfelder erstmals verwendet. Danach erhielten auch die Skelettfunde von Urvögeln den Gattungsnamen Archaeopteryx und den Artnamen lithographica.

Die Entdeckung der rund ein Dutzend Urvögel im „Solnhofener Archipel“ zwischen Pappenheim und Regensburg in Bayern ist mit allerlei Irrtümern verbunden. Damit befasst sich das neue kleine Taschenbuch „Compsognathus“ des Wissenschaftsautors Ernst Probst und des Paläontologen Raymund Windolf, das nur bei „Amazon“ erhältlich ist.

Ein bereits 1855 in Jachenhausen bei Riedenburg entdecktes Skelett wurde zunächst als Flugsaurier verkannt, 1860 an ein Museum in Haarlem (Niederlande) verkauft, in den 1970er Jahren als Urvogel Archaeopteryx erkannt und 2017 als vogelähnlicher Raubsaurier (kein Dinosaurier) identifiziert. Über die sechs Zentimeter lange Vogelfeder, die 1861 den Namen Archaeopteryx erhielt, hieß es 2019, sie stamme nicht von einem Urvogel der Gattung Archaeopteryx, sondern von einem anderen Urvogel oder einem Dinosaurier mit Federn.

Zwei Funde, die heute noch als Urvögel der Gattung Archaeopteryx gelten, deutete man zeitweise als kleinen Raubdinosaurier der Gattung Compsognathus. Dabei handelt es sich um einen 1965 in einem Steinbruch auf der Petershöhe bei Workerszell unweit von Eichstätt geborgenen und um einen weiteren vor 1985 in einem Eichstätter Steinbruch gefundenen Urvogel. Letzterer bis dahin größter Urvogel in Bayern wurde 2001 von dem polnischen Paläontologen Andrzej Elzanowski wegen der deutlich geringeren Schwanzlänge sowie wegen einiger Unterschiede im Bau des Beckens und der Füße einer neuen Art namens Wellnhoferia grandis zugeordnet, was aber umstritten ist. Elzanowski rechnete die damals bekannten Funde vier Arten zu: Archaeopteryx lithographica, Archaeopteryx siemensi, Archaeopteryx bavarica und Wellnhoferi grandis.

Dass in der Jurazeit vor rund 150 Millionen Jahren auch andere Urvögel als Archaeopteryx existiert haben, wurde also schon vor der Entdeckung von Alcmonavis poeschli vermutet. „Es wäre ja seltsam, wenn es damals in Bayern etliche Dinosaurier wie Compsognathus, Juravenator und Sciurumimus, aber nur eine einzige Vogelgattung gegeben hätte, erklärt der Wissenschaftsautor Ernst Probst, der zahlreiche Bücher über paläontologische Themen (z. B. Dinosaurier, Rüsseltiere, Raubkatzen) veröffentlicht hat.



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Erklärung: Der Autor versichert, dass die veröffentlichten Inhalte in dieser Pressemitteilung der Wahrheit entsprechen und dem gesetzlichen Urheberrechte unterliegen.
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