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(Nachrichtenfeature) Kriminelle setzen auf Trends - BKA-Chef: Navigationsgeräte sind «der Renner» - Auch Datenklau an Geldautomaten stark gestiegen --Von ddp.djn-Korrespondent Wolfgang Schönwald--

ddp) 27.08.2008 16:12:01 - Kriminelle Banden gehen mit dem Trend: Nachdem Autoradios auf dem Schwarzmarkt nicht mehr so gefragt sind, haben sie auf die begehrten Navigationsgeräte umgesattelt. Täglich 150 Geräte wurden nach Angaben des Bundeskriminalamtes (BKA) im vergangenen Jahr aus Kraftfahrzeugen bundesweit gestohlen. Insgesamt verschwanden mehr als 54 200 dieser Orientierungshilfen, fünf Mal mehr als 2004. Navigationsgeräte seien «der Renner» in der organisierten Kriminalität (OK), sagte BKA-Präsident Jörg Ziercke am Mittwoch in Berlin bei der Vorstellung des OK-Lagebildes 2007. Die Banden agierten dabei vor allem in Ballungszentren wie Berlin, dem Rhein-Main- und Ruhrgebiet.


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Berlin (ddp.djn). Kriminelle Banden gehen mit dem Trend: Nachdem Autoradios auf dem Schwarzmarkt nicht mehr so gefragt sind, haben sie auf die begehrten Navigationsgeräte umgesattelt. Täglich 150 Geräte wurden nach Angaben des Bundeskriminalamtes (BKA) im vergangenen Jahr aus Kraftfahrzeugen bundesweit gestohlen. Insgesamt verschwanden mehr als 54 200 dieser Orientierungshilfen, fünf Mal mehr als 2004. Navigationsgeräte seien «der Renner» in der organisierten Kriminalität (OK), sagte BKA-Präsident Jörg Ziercke am Mittwoch in Berlin bei der Vorstellung des OK-Lagebildes 2007. Die Banden agierten dabei vor allem in Ballungszentren wie Berlin, dem Rhein-Main- und Ruhrgebiet.
Auch der Arzneimittelmarkt rückt verstärkt ins Visier der organisierten Täterstrukturen. So werden sowohl preiswerte als auch teure Produkte gefälscht, wie Ziercke weiß. «Die Bandbreite erstreckt sich von Lifestyle-Produkten über Antibiotika, Entzündungshemmer und Hustenmittel bis hin zu HIV-Präparaten», erläuterte er. Auch der illegale Handel mit gefälschten Arzneimitteln im Internet hat deutlich zugenommen. «Damit erhöht sich die Gefahr, dass Verbraucher unwissentlich Präparate einnehmen, die zu schweren gesundheitlichen Schäden bis hin zum Tod führen können», warnte er.
Vorsicht ist auch am Geldautomaten angesagt: Die Fälle von Datenklau beim Geldabheben nahmen dem BKA zufolge im ersten Halbjahr 2008 drastisch zu. In diesem Zeitraum wurden 440 Geräte von Banken und Sparkassen präpariert, um Daten von EC-Karten zu kopieren - fast so viele wie im gesamten Vorjahr, als es 459 waren. 1319 Mal sind dabei Daten von Bankkunden ausspioniert worden. 2007 waren es ganze 1349. Die Folge war, dass durch gefälschte EC-Karten bei 70 000 Betrugsfällen ein Schaden von rund 21 Millionen Euro entstand. Bei dem sogenannten Skimming montieren die Täter meist ein Vorsatzgerät auf den Karten-Einzugschlitz, mit dem die Daten ausgelesen werden, während eine Videokamera die PIN-Eingabe des Kunden aufzeichnet.
Um diese Manipulationen zu verhindern, zumindest aber zu erschweren, appellierte Ziercke an die Hersteller und Betreiber von Geldautomaten, elektronischen Zugangssystemen und sogenannten POS-Terminals im Handel, in mehr Sicherheit zu investieren. «Der hohe Ermittlungsaufwand der Strafverfolgungsbehörden allein wird das Phänomen nicht eindämmen können», sagte er. Als einen Weg sieht er die «flächendeckende Umstellung auf Chiptechnologie, den Abbau von Türöffnern als Zutrittskontrollsystem für Bankfoyers und weitere Überwachungskameras im Bereich von Geldautomaten».
Laut BKA-Lagebild nimmt die Zahl der Verfahren zur organisierten Kriminalität jedoch seit zehn Jahren ab. 2007 mussten sich die mehr als 2500 Ermittler mit 602 dieser sehr umfangreichen Fälle beschäftigen, rund 20 weniger als im Vorjahr. Da die Täter aber immer raffinierter vorgehen, wird die durchschnittliche Bearbeitungszeit für ein Verfahren immer länger: «Mit 18,5 Monaten haben wir im vergangenen Jahr eine Höchstmarke erreicht», sagte der BKA-Chef.
ddp.djn/wsd/mwo © ddp




 

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