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„Männer trauern auch, nur anders“ Offener Männerstammtisch


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06.11.2019 22:48:34 - Ab November wird die Arbeit von Selbsthilfegruppen beim Tod eines Kindes in Leipzig durch ein spezielles Angebot für Männer erweitert. Jeden zweiten Mittwoch im Monat findet ein Offener Männerstammtisch statt. „Männer trauern auch, nur anders“ ist ein Angebot an Väter, Großväter sowie Geschwister und weitere männliche Verwandte, um über den Verlust eines Kindes zu reflektieren.

 

(live-PR.com) -
Am 13. November 2019 können sich erstmals trauernde männlicher Angehörige zum Austausch über den Tod des eigenen oder verwandten Kindes beim Offenen Männerstammtisch treffen. Die Geschäftsstelle des Bundesverbandes Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister in Deutschland e.V. (VEID) stellt dafür seine Räumlichkeiten zur Verfügung. Dort können an November die betroffenen Männer regelmäßig jeden zweiten Mittwoch im Monat von 17.00 bis 19.00 Uhr über ihre Art zu trauern sprechen.
Dieses neue Angebot für Leipzig und das Umland folgt der Erkenntnis und wählte daher das Motto „Männer trauern auch, nur anders“. Immer wieder wurde auf den Treffen und Tagungen des VEID das Thema um die Männertrauer angesprochen und analysiert. Frauen und Männer haben eine andere Art der Trauer. Die Trauer von Männern wird vorrangig von stark erziehungsbedingte Verhaltensnormen bestimmt. Sie reagieren verschieden auf den Verlust eines geliebten Menschen. Beim Tod eines Kindes reagieren Männer besonders stark. Doch fällt es Männer häufig schwerer, ihre Gefühle zum Ausdruck zu bringen oder gar sich anderen Menschen gegenüber zu öffnen. Oft flüchten sie sich mit ihren Gefühlen in bestimmte Verhaltensmuster wie Betäubung, Konzentration auf Wut und Aggression, Zynismus und Sarkasmus.
Mit diesem Hintergrund wurde die Idee, eine separate Trauergruppe für Männer zu organisieren, entwickelt. Gegenüber fremden Menschen und in dem Falle ausschließlich gegenüber fremden Männern fällt es ihnen leichter, sich zu öffnen. Dieser neue Rahmen erlaubt es den Männern, auf ihre bestimmte Weise den Trauerprozess zu bewältigen. Mit dem Offenen Männerstammtisch will man einer „männertypischen“ Verdrängung beim Verlust eines geliebten Menschen durch den Tod entgegenwirken. Die Inhalte der Treffen werden durch die Teilnehmer unter Anleitung selbst bestimmt.
Begleitet wird der Offene Männerstammtisch durch einen ausgebildeten Trauerbegleiter Ulf Oellerking. Er selbst leitet seit mehreren Jahren geschlossene und offene Trauergruppen in Leipzig, die vorrangig von Frauen besucht werden. Interessierte Männer können sich telefonisch über 0341 9468884 oder per E-Mail kontakt@veid.de an die Geschäftsstelle des Bundesverbandes verwaister Eltern und trauernde Geschwister in Deutschland e.V. (VEID) wenden. Die Bundesgeschäftsstelle befindet sich in Leipzig am Roßplatz 8a.

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erstellt: Michael Lindner

Termine 2019: 13. November 2019 10. Dezember 2019
Termine 2020: 8. Januar 2020 12. Februar 2020 11. März 2020
8. April 2020 13. Mai 2020 10. Juni 2020
9. September 2020 14. Oktober 2020 11. November 2020
9. Dezember 2020
Jeweils 17.00 – 19.00 Uhr

Bundesverband Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister in Deutschland e.V. (VEID)
Jedes Jahr sterben in Deutschland ungefähr 20.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene vor ihren Eltern. Über 75.000 Eltern und Geschwister, die ein Kind, Bruder oder Schwester durch Tod verloren haben, finden beim VEID. eV Hilfe zurück ins Leben. Der Bundesverband Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister in Deutschland e.V. stellt mit seinen Angeboten Hilfe und Unterstützung für alle zur Verfügung, die mit dem Tod eines Kindes - gleich welchen Alters - leben müssen oder zu tun haben. Unsere Angebote gelten
• den Betroffenen (Eltern, Geschwistern, Familienangehörigen)
• dem sozialen Umfeld (z.B. Freunde, Nachbarn, Kollegen, Mitarbeiter)
• den involvierten Berufsgruppen (z.B. Ärzte, Hebammen, Lehrer, Erzieher) und
• den ehrenamtlichen und professionellen Helfern (z.B. Seelsorger, Krisenintervention, Feuerwehr, Polizei, Trauerbegleiter, Therapeuten).
Darüber hinaus sind die Verwaisten Eltern ein Netzwerk von inzwischen fast 500 Gruppen in ganz Deutschland. In diesen Gruppen finden Eltern nach dem Tod ihres Kindes den schützenden Raum, in dem Trauer zugelassen und gezeigt werden darf. Hier finden sie Hilfe auf dem langen und leidvollen Weg durch die Trauer, hier ist Trost möglich jenseits von vordergründiger und schneller „Vertröstung“, die unsere Umwelt gewöhnlich für Trauernde bereithält.
Im Schutzraum dieser Gruppen vermitteln Eltern, die bereits durch ihren tiefen Verlustschmerz und ihre Trauer hindurch zum Leben zurückgefunden haben, die Hoffnung, dass Weiterleben möglich ist. Neben Trauer, Schmerz und Ängsten werden auch Freuden und Zukunftspläne geteilt. Aus geteilter Trauergeschichte wachsen verwaiste Eltern so in geteilte Lebensgeschichte hinein.
Die Hilfe zur Selbsthilfe erfolgt zunächst weitestgehend in „begleiteten“ Gruppen. In diesen wird auch Beratung – und wo nötig therapeutische Hilfe – angeboten oder in Zusammenarbeit mit Menschen aus helfenden Berufen sorgsam vermittelt.
So entsteht ein Netz von Beziehungen, Verbindungen und Kontakten, das sich – auch über die Gruppentreffen hinaus – nachhaltig als notwendig und hilfreich erweist.
Der Verein ist bundesweit organisiert und vernetzt und immer offen für den kulturellen Austausch mit interessierten Menschen und Berufsgruppen.

Weitere Informationen und Bildmaterial:
Bundesverband Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister in Deutschland e.V.
Roßplatz 8a, 04103 Leipzig
Telefon: 0341/9468884 | Telefax: 0341/9023490



Autor:
Michael Lindner
e-mail
Web: http://www.leuchtturmleuchten.de
Telefon: 0341 9939616


 

Erklärung: Der Autor versichert, dass die veröffentlichten Inhalte in dieser Pressemitteilung der Wahrheit entsprechen und dem gesetzlichen Urheberrechte unterliegen.
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