Nachteile von Aufhellungscreme
Kleiner Preis, k(l)eine Wirkung
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26.05.2011 10:16:28 - Der Blick unserer Gesellschaft auf die Medizin befindet sich im Wandel. Das hohe Maß an Innovation auf der einen Seite, sich schnell entwickelnde Bedürfnisse auf der anderen Seite sind ursächlich dafür. Als Folge dessen sterben obsolete Teilbereiche der Medizin aus, während an anderer Stelle neue hinzukommen. Die Konturen zwischen medizinischen Kompetenzen und jener angrenzender Bereiche sind dabei nicht immer scharf. Gerade auf dem Gebiet der Ästhetik verschwimmen die Grenzen zunehmend. Als oberstes Gebot Geld zu sparen, ist aus medizinischer Sicht kaum empfehlenswert – und zuweilen trügt auch der Schein vermeintlicher Schnäppchenangebote.
„Viele Zahnaufheller sind nur auf den ersten Blick billig. Die meisten haben einen geringen Wirkungsgrad und sind daher eigentlich teuer“, beschreibt Frau Dr. Gudrun Keller, Zahnärztin der Partnerschaftspraxis Dr. Bürger und Partner, den Fehlgedanken vieler Anwender. Gemeint sind vor allen Dingen Produkte, die rezeptfrei in Apotheken und Drogeriemärkten erhältlich sind. Zu so genannten Over-the-Counter-Produkten gehören Lacke und Gele zum Aufpinseln, sowie Streifen, Whitestrips, die auf die Zähne geklebt werden. Darüber hinaus gibt es Zahnweißpasten, die ebenfalls einen Aufhellungseffekt versprechen. Allen zugrunde liegt dieselbe Funktionsweise. Mit Wasserstoffperoxid oder Carbamidperoxid angereichert, sollen jene Mittel den gewünschten Bleicheffekt herbeiführen. Ausschlaggebend für den Aufhellungsgrad der Zähne jedoch ist der Anteil an Wasserstoffperoxid. Da sich der Anteil des Wirkstoffs bei Over-the-Counter-Produkten lediglich zwischen 0,1 bis maximal 6 % bewegt, ist der Aufhellungseffekt entsprechend gering. Sehr viel Erfolgversprechender hingegen ist die Anwendung höher konzentrierter Mittel. Die allerdings bedürfen einer ärztlichen Beaufsichtigung.
„Sowohl beim Home-Bleaching als auch beim In-Office-Bleaching erreichen wir gute Ergebnisse mit Langzeiteffekt“, schildert Frau Dr. Keller zwei Möglichkeiten, Zähne für einen Zeitraum von bis zu drei Jahren aufzuhellen. Beim Home-Bleaching nimmt der Zahnarzt einen Gebissabdruck als Grundlage für die Anfertigung einer Plastikschiene. Diese wird mit zehnprozentigem Bleichmittel gefüllt und vom Anwender zwei Wochen lang über Nacht getragen. Während die meisten Over-the-Counter-Produkte eine Aufhellung um gerade einmal eine Stufe erreichen, ermöglicht diese Verfahrensweise einen Bleicheffekt um sechs Stufen. Noch effektiver ist das In-Office-Bleaching. Wie der Name sagt, findet diese Behandlung beim Zahnarzt statt. Hierbei wird zunächst eine professionelle Zahnreinigung durchgeführt. Da bei dieser Behandlung hochwirksames Peroxidgel mit einer Konzentration von bis zu 25 % zum Einsatz kommt, wird das Zahnfleisch zum Schutz mit fließfähigem Kunststoff abgedeckt. Anschließend trägt der Zahnarzt das Gel auf. In Kombination mit Licht und Wärme kommt es dann zu einer Oxidationsreaktion, die den lange anhaltenden Bleicheffekt hervorruft. Die Behandlung dauert fünfzehn Minuten und wird bis zu viermal hintereinander durchgeführt. Eine Aufhellung für maximal drei Jahre und um bis zu sechs Stufen ist das Ergebnis. Mit der Walking-Bleach-Technik gibt es schließlich noch eine dritte Methode, die bei wurzelbehandelten Zähnen zum Einsatz kommt. „Der Zahn wird gewissermaßen von innen gebleicht“, erklärt die Zahnärztin mit Tätigkeitsschwerpunkt auf ästhetische Zahnheilkunde die Vorgehensweise. Dazu entfernt der Zahnarzt die alte Füllung, gibt das Bleichmittel in den Zahn hinein und verschließt ihn wieder. Dieser Vorgang wiederholt sich wöchentlich bis der gewünschte Aufhellungsgrad erreicht ist. So geschehen, erhält der Zahn eine neue Füllung.
Zwischen 350 und 500 Euro kosten die Bleaching-Behandlungen beim Zahnarzt. Gewiss, ein stolzer Preis. Drei Jahre Aufhellungseffekt um bis zu sechs Stufen stehen auf der anderen Seite. Hinzu kommt, dass bei der Behandlung in Eigenregie auch immer ein Restrisiko besteht, welches das Preisleistungsverhältnis völlig zerstört. „Nicht zu selten passieren Anwendungsfehler. Durch Überdosieren oder zu langes Tragen der Schiene wird häufig das Zahnfleisch verätzt. Auch entfällt zumeist die vorher notwendige Zahnreinigung“, gibt Frau Dr. Keller zu bedenken. Des Weiteren bleiben undichte Füllungen, durch die das Wasserstoffperoxid an den Zahnnerv vordringen kann, ebenso unberücksichtigt. Sogar der Umgang mit Zahnweißpasten birgt Fehlerpotential. Dr. Keller: „Häufig sind die Putzkörper der Pasten zu grobkörnig“. Durch mechanischen Abrieb kann es dann zur Schädigung des Zahnschmelzes kommen. Am Ende des Tages ist es eben doch eine zahnmedizinische Behandlung.
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