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Elefantendame landet im Regal - Skelett an die Staatssammlung für Paläoanatomie geschickt Kiris letzte Reise
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| Kiris letzte Reise ©ddp |
(© ddp) 10.08.2007 13:24:49 - Tierärztin Katrin Baumgartner hat Kiris dicke Haut aufgeschlitzt. «Wir haben das Fleisch mit 15 bis 20 Zentimeter langen Klingen vorsichtig herausgeschnitten, damit kein Gelenk verletzt wird.» Kiris Tierpfleger waren nicht dabei. «Es war sehr schlimm für sie», erzählt sie.
(live-PR.com) - München (ddp-bay). Tierärztin Katrin Baumgartner hat Kiris dicke Haut aufgeschlitzt. «Wir haben das Fleisch mit 15 bis 20 Zentimeter langen Klingen vorsichtig herausgeschnitten, damit kein Gelenk verletzt wird.» Kiris Tierpfleger waren nicht dabei. «Es war sehr schlimm für sie», erzählt sie. Das Fleisch der 2750 Kilo schweren Elefantendame, die am Dienstag getötet werden musste, wurde nicht an die Raubtiere im Zoo verfüttert, sondern verbrannt. «Wir verfüttern nur gesunde Tiere, die wir dafür getötet haben.»
Kiris Knochen haben die Nürnberger Zoomitarbeiter per Lastwagen nach München geschickt - zu Forschungszwecken. Die Überreste von Kiri landen in der Staatssammlung für Anthropologie und Paläoanatomie. Dort dienen sie als «Vergleichsskelett» für fossile Knochen, die bei Ausgrabungen gefunden werden.
Baumgartner hatte am Dienstag den Elefanten mit einer Spritze in eine Ohrvene eingeschläfert. «Es war eine schwere Entscheidung», sagt sie. Kiri lebte seit mehr als 40 Jahren im Nürnberger Zoo. 1963 war sie als Einjährige von Thailand nach Franken gebracht worden. In den vergangenen Jahren hatte die Elefantendame immer stärker unter Arthrose gelitten. Seit mehr als drei Jahren konnte sie nur noch im Stehen schlafen, zuletzt knickten ihr immer wieder die Hinterbeine ein, bis sie nicht mehr aufstehen konnte. Durch den Tod sollte Kiri «weiteres Leiden» erspart werden.
In der Münchner Staatssammlung präpariert Kuratorin Henriette Obermaier Kiris Skelett. «Das sieht am Anfang nicht schön aus, an den Knochen hängen noch Fleischreste», sagt sie. Zunächst werden die Knochen gereinigt, dann werden sie in warmes Wasser gelegt. «Dadurch entstehen Bakterien, die zu einem Zerfall des Gewebes führen.» Das kann mehrere Monate dauern. Schließlich landen Kiris Überreste in einem Regal der wissenschaftlichen Sammlung. Kleinere Tiere werden in Schachteln verstaut, aber dafür sind die rund 180 Knochen der Elefantenkuh zu groß.
Dann müssen die Wissenschaftler abwarten, bis die Knochen eines indischen Elefanten benötigt werden. «Wir untersuchen Tierknochen aus archäologischen Ausgrabungen», sagt die Kuratorin. Die gefundenen Knochen stammten oft aus Speise- oder Schlachtabfällen, in der Regel seien sie zerteilt. «Teilweise lassen sie sich nicht bestimmen, weil sie so kleinteilig sind.» Dann kommen die Überreste von Kiri ins Spiel: Sie dienen in solchen Fällen als Vergleichsskelett - beispielsweise, wenn nicht klar ist, ob ein bestimmter Wirbel von einem Nashorn oder einem Elefanten stammt.
Über 18 000 Skelette lagern bereits in der Staatssammlung. «Wenn ein Tier stirbt, meldet sich der Zoo bei uns und fragt, ob wir die Knochen haben wollen», berichtet Obermaier. Bei Kiri habe man sofort zugesagt. «Wir haben hier zwar schon Elefanten, aber kein vollständiges Skelett eines indischen Elefanten.»
(ddp) © ddp
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