Wie wichtig ist Zahnseide?
Keine Prophylaxe ohne Anleitung
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26.05.2011 08:33:20 - Jeder, der mal eine festsitzende Zahnspange hatte, weiß, wie wichtig Zähneputzen ist. Nicht nur, weil er es von seinem Zahnarzt gebetsmühlenartig eingebläut bekam. Auch, oder gar vor allen Dingen, weil es ein unangenehmes Gefühl ist, wenn sich dort Essensreste verfangen, was gewissermaßen nach jeder Mahlzeit der Fall ist. Neben selbsterklärenden Folgeerscheinungen, wie etwa Mundgeruch, kann man sich leicht vorstellen, dass dies paradiesische Zustände für mannigfaltige Entwicklung von Bakterien sind. Lästige bis gefährliche Infektionen sind nicht zu selten die Folge.
Wie so häufig in medizinischen Bereichen sind vorbeugende Maßnahmen sehr viel schonender für Körper, Geist und Geldbeutel, als aufwändige Behandlungen. Doch auch die beste Prophylaxe macht keinen Sinn, wenn sie ohne Anleitung erfolgt. „Durch ein Mundhygienetraining erkennen vielen Patienten, welche Fehler sie bei der Zahnreinigung machen“, erklärt Ina Wegener, Zahnärztin der Partnerschaftspraxis Dr. Bürger und Partner mit Sitz in Alzey und Wiesbaden. Als Spezialistin auf dem Gebiet der Parodontologie weiß sie, wovon sie spricht. „Die Kausalkette mit ihren verschiedenen Stadien ist häufig die selbe“, beschreibt sie den Zusammenhang zwischen schlechter Mundhygiene, Zahnbelag und im ungünstigen Fall einer Parodontitis. Um einer solchen Entwicklung entgegenzutreten, ist es wichtig, zu wissen, wie eine professionelle Zahnreinigung funktioniert. Mit Zahnzwischenraumbürsten etwa, so genannten Interdentalraumbürsten, lassen sich die Zähne lückenlos reinigen. Dass Essensreste und Beläge ungewollt zurückbleiben, kann man so zuverlässig vermeiden.
„Die Verwendung weiterer Zahnpflegeprodukte wie etwa Zahnseide oder Interdentalraumbürsten ist sehr sinnvoll“, empfiehlt die Zahnärztin. Gleichwohl bürge der höhere Wirkungsgrad grundsätzlich auch Risiken. Insbesondere bei der Anwendung der Zwischenraum- oder Interdentalraumbürsten kommt es häufig zu Überinstrumentierung. Mechanischer Abrieb ist dann die Folge. Um dies zu vermeiden, ist es wichtig, die richtige Bürstengröße zu verwenden. Darüber hinaus sollte keine Zahnpasta zum Einsatz kommen. Neben dem Abriebeffekt durch fehlerhafte Anwendung oder die Verwendung unpassender Bürstengrößen, muss zudem sichergestellt sein, dass die Zahnsubstanz in Ordnung ist. „Schmerzhaft und nicht unbedenklich ist, wenn man beim Putzen auf freiliegende Wurzeloberflächen trifft“, so Frau Wegener über Anwendungsfehler und Risiken beim Einsatz entsprechender Zwischenraumbürsten. Das gleiche Prinzip kommt beim Gebrauch von Zahnseide zum Tragen; die richtige Technik erhöht den Grad der Effizienz.
Grundsätzliche Maßnahmen kommen hinzu. Durch die Ablagerung von Zahnbelag, Plaque, wie ihn die Mediziner nennen, ist der Zahnschmelz immer wieder Säureattacken ausgesetzt, die ihn aufweichen. Grund dafür ist die Herauslösung mineralischer Anteile durch Säure. „Bei einer Fluoridierung werden dem Zahnschmelz Minerale wieder zugeführt“ nennt Frau Wegener eine Therapiemöglichkeit, die kontinuierlich erfolgen sollte. Effekt dieser Behandlung ist, dass sich der Zahnschmelz reminieralisert und damit wieder härtet.
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