Die dunkle Seite des Mondes
Iron Sky - der Film
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09.02.2012 17:20:52 - http://www.schraubergott.com/memo/detail/Die_dunkle_Seite_des_Mondes_2
Nazis auf dem Mond, Flugscheiben aus der Antarktis, Weltuntergang und Weltraummissionen – das Drehbuch zum Filmprojekt „Iron Sky“ klingt wie eine drogeninspirierte Reise durch das Trash-Universum. Ist das noch Popcorn-Kino, kalkulierte Provokation oder einfach nur ein großer Spaß? Und wenn ja, darf man das? Die Antwort muss sich jeder selbst geben, aber seit „Inglorious Bastards“ wissen wir, dass man a) den Nazis im Kino durchaus humorvoll in die Eier treten kann und b) diese Art von Over-The-Top-Umgang mit dem Bösen verdammt unterhaltsam daherkommt.
So ist denn auch die Geschichte von „Iron Sky“ komplett überdreht: Im Jahre 2018 basteln die Amerikaner an der ersten Mondlandung seit den seligen Zeiten der Apollomissionen. Was die NASA nicht weiß: Auf der erdabgewandten Seite des Mondes haben die 1945 geschlagenen Nazis eine Art Kolonie gegründet, in der sie bessere Zeiten abwarten, um die Menschheit erneut zu unterjochen. Eine bahnbrechende Erfindung deutscher Wissenschaftler ermöglichte es ihnen am Ende des Zweiten Weltkriegs, von der Antarktis aus in den Weltraum zu fliehen und dort den (Alp-)Traum von der Herrenrasse fortzuführen. Nun kommt es zum Showdown zweier Welten: Auf der einen Seite die überlebenden Fascho-Schergen als böse Geister der Vergangenheit, auf der anderen Seite die lässige Technologie-Supermacht des 21. Jahrhunderts.
„Iron Sky“ ist eine Science Fiction Comedy jenseits der politischen Korrektheit, eine Travestieshow an den Grenzen des guten historischen Geschmacks und genau das macht natürlich den Reiz aus. Sechs Jahre dauerten Vorbereitung, Dreh und Schnitt und auch das Finanzierungskonzept der finnisch-deutsch-australischen Koproduktion ist ungewöhnlich. Den Machern war klar, dass sie bei den großen Hollywood-Produktionsfirmen mit ihrem irren Projekt nichts würden reißen können, also setzten sie auf die finanzielle Unterstützung der Internetgemeinde. Über diverse Fundraising-Sites und Social Media-Auftritte suchten sie nach Investoren. Diese wurden regelmäßig über den Fortgang der Arbeiten informiert und für die Allgemeinheit gab es auf YouTube in lockerer Folge Trailer, die Appetit auf mehr machen sollten. Selbst das Drehbuch entstand unter Mitwirkung der Netzgemeinde.
Nun ist „Iron Sky“ vollendet – und feiert am 11. Februar bei den Filmfestspielen in Berlin seine Weltpremiere. Wir sind gespannt, wie die Feuilleton-Nerds auf diese geballte Ladung Trash reagieren – bis dahin kaufen wir im Online-Store von "Iron Sky" noch ein paar War Bonds und freuen uns auf die Allzweck-Bösewichter Götz Otto und Udo Kier, die im Film die Anführer der Future-Faschisten darstellen.
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