Gesamtmetall-Chef Kannegiesser warnt vor Streiks
(© ddp) 02.11.2008 07:06:11 - Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser warnt die IG Metall vor Streiks. «Ein Streik, der wie vor 150 Jahren darauf ausgelegt ist, dem Betrieb Schaden zuzufügen, trifft letztlich alle, mit zeitlicher Verzögerung auch die Beschäftigten», sagte Kannegiesser der Zeitung «Welt am Sonntag» laut Vorabbericht. In einer so vernetzten Branche wie der Metallindustrie habe sich der klassische Arbeitskampf überholt. «Beim Ausmaß einer Lohnerhöhung ein solches Rad zu drehen ist unangemessen», sagte Kannegiesser.
(live-PR.com) -
Berlin/München (ddp). Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser warnt die IG Metall vor Streiks. «Ein Streik, der wie vor 150 Jahren darauf ausgelegt ist, dem Betrieb Schaden zuzufügen, trifft letztlich alle, mit zeitlicher Verzögerung auch die Beschäftigten», sagte Kannegiesser der Zeitung «Welt am Sonntag» laut Vorabbericht. In einer so vernetzten Branche wie der Metallindustrie habe sich der klassische Arbeitskampf überholt. «Beim Ausmaß einer Lohnerhöhung ein solches Rad zu drehen ist unangemessen», sagte Kannegiesser.
Die IG Metall fordert acht Prozent mehr Lohn, das Angebot der Arbeitgeber liegt bei insgesamt 2,9 Prozent. Kannegiesser kritisierte, die Forderung der Gewerkschaft stamme aus einer konjunkturell ganz anderen Lage und Stimmung. Die Gewerkschaft sei der veränderten Situation bislang nicht nachgekommen, sagte er mit Blick auf die Finanzkrise.
Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) riet den Tarifparteien zu einer «maßvollen Lohnsteigerung, aber auch einem beachtlichen Einmalbetrag für die Beschäftigten». «Die Beschäftigten haben nach der Geschäftsentwicklung eine echte Lohnerhöhung und eine Beteiligung an den gestiegenen Gewinnen zu erwarten. Andererseits ist eine zu hohe prozentuale Tarifsteigerung gefährlich für die Branche und den Arbeitsmarkt», sagte Oettinger dem Nachrichtenmagazin «Focus» laut Vorabbericht. Dem Argument der IG Metall, es gehe jetzt um eine Stärkung der Kaufkraft widersprach er. Die Menschen legten jeden zusätzlichen Euro zurück. «Das hat mit der Unsicherheit der Menschen und ihrer Kenntnis zu tun, wie lückenhaft die Altersversorgung ist», sagte er. Deswegen sei das Konzept der Gewerkschafter nicht überzeugend.
ddp.djn/roy © ddp

