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Wirtschaft & Industrie
(Feature) Sanierungsbedarf einer gebrauchten Immobilie nicht unterschätzen - Nachhaltiges Renovieren zahlt sich auf Dauer aus --Von ddp.djn-Korrespondent Reiner Fischer-- (© ddp) 25.07.2008 07:06:02 - Billig bauen kann Bauherren teuer zu stehen kommen. Denn ein vermeintlich günstiges Schnäppchen aus dem Baumarkt zieht später mitunter hohe Folgekosten nach sich, warnt Architekt Winfried Schneider vom Institut für Baubiologie und Ökologie (IBN) im bayerischen Neubeuern. Er rät zu nachhaltigem zukunftsfähigem Bauen und Renovieren. Das rechne sich für den Bauherrn und schone die Umwelt.
(live-PR.com) - Neubeuern/Stuttgart (ddp.djn). Billig bauen kann Bauherren teuer zu stehen kommen. Denn ein vermeintlich günstiges Schnäppchen aus dem Baumarkt zieht später mitunter hohe Folgekosten nach sich, warnt Architekt Winfried Schneider vom Institut für Baubiologie und Ökologie (IBN) im bayerischen Neubeuern. Er rät zu nachhaltigem zukunftsfähigem Bauen und Renovieren. Das rechne sich für den Bauherrn und schone die Umwelt.
Nachhaltiges Bauen bezeichnet das Bemühen, in allen Phasen im Lebenszyklus eines Gebäudes die natürlichen Lebensgrundlagen zu schonen und den Naturhaushalt möglichst gering zu belasten. Zum nachhaltigen Bauen gehört beispielsweise die Senkung des Energiebedarfs, eine lange Nutzungsdauer von Bauwerken, der Einsatz wiederverwendbarer oder wiederverwertbarer Baustoffe, das Vermeiden von schwer trennbaren Verbundbaustoffen und von Transportkosten, die Möglichkeit zur Mehrfach- beziehungsweise Umnutzung des Gebäudes und die gefahrlose Rückführung der Stoffe in den natürlichen Stoffkreislauf.
Das bedeutet, dass bei allen Maßnahmen wie zum Beispiel Dach-, Mauerwerk- Keller-, Fenster- oder Haustechniksanierungen nicht nur die Qualität der Ausführung, sondern auch die Lebensdauer einzelner Bauteile sowie der Pflegeaufwand während dieser Zeit berücksichtigt werden. Teppich- oder Laminatböden halten häufig nur 10 bis 15 Jahre, ein Parkettboden hat dagegen eine Lebensdauer von mehr als 100 Jahren. Eine billige Innentür ist in der Regel nach 10 bis 20 Jahren ruiniert, eine gute Tür macht auch nach 50 Jahren noch viel Freude.
Eine Dachentwässerung aus verzinktem Blech oder Kunststoff weist nicht selten bereits nach rund 20 Jahren erhebliche Mängel auf, die mittlere Lebenserwartung einer Dachentwässerung aus Kupfer oder Titanzink beträgt rund 50 Jahre, diejenige aus Edelstahl rund 100 Jahre. Das sollten Bauherren beim Einkauf beachten, so Schneider.
Viele Bauherren unterschätzen aber auch den Sanierungsbedarf bei gebrauchten Immobilien erheblich. Für Wohnungen und Gebäude, die älter als etwa 40 Jahre sind, sei in der Regel eine komplette Sanierung erforderlich, sagte Schneider. Nicht selten koste eine sinnvolle Sanierung mehr als ein Neubau.
Die IBN-Experten empfehlen, Instandhaltungsarbeiten gleich mit energiesparenden Maßnahmen wie Wärmedämmung, dem Einbau neuer Fenster oder einer neuen Heizungsanlage zu kombinieren. Denn nur Häuser, die heutigen energetischen Ansprüchen genügen, sind zukunftsfähig, meint Architekt Schneider. Nach seiner Erfahrung setzen aber viele Bauherren auf energetische Lösungen, die sich langfristig nicht amortisieren oder zu gesundheitlichen Problemen führen. Dabei könnten sinnvollere Maßnahmen wie zum Beispiel Einbau einer neuen Pelletheizung anstatt einer Außendämmung kostengünstiger und energetisch effektiver sein.
Nachhaltigkeit wird Experten zufolge in den nächsten Jahren zu einem Schlüsselfaktor für erfolgreiches Sanieren. Für besonders erfolgreiche Lösungen vergibt die in Stuttgart ansässige Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DNGB) ein Zertifikat an die Bauherren oder Architekten. Dieses Zertifikat erhöht die Chancen bei Verkauf und Vermietung des Gebäudes auf dem Immobilienmarkt und gibt andererseits Käufern und Mietern die Sicherheit, dass die Immobilie für die nächsten Jahrzehnte gut gerüstet ist. Informationen dazu sind im Internet unter dgnb.de erhältlich.
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