(Feature) Am Simulator in den JadeWeserPort steuern - Infobox informiert über Bau und Betrieb des Tiefwasserhafens in Wilhelmshaven - --Von ddp.djn-Korrespondentin Janet Binder-- (Mit Bildern und Datenblatt)
(© ddp) 23.07.2008 11:48:11 - Kapitänin Merle steuert den JadeWeserPort in Wilhelmshaven an. «Ein Containerschiff fährt direkt auf uns zu», warnt ihr großer Bruder. Die fünfjährige Merle erhöht per Knopfdruck die Geschwindigkeit ihres Lotsenbootes auf 23 Knoten und reißt das Steuer herum. Im Schiffssimulator, in dem Merle steht, ist der JadeWeserPort bereits in Betrieb. Die ersten echten Schiffe werden in Deutschlands einzigem Tiefwasserhafen allerdings erst im Herbst 2011 erwartet. Bis dahin wird die nachgebaute Brücke, auf der Merle das Steuer lenkt, die Hauptattraktion der Infobox in Wilhelmshaven sein. Sie informiert direkt an der Großbaustelle über das Hafenprojekt. Seit der Eröffnung der Ausstellung vor knapp einem Monat kamen schon über 3000 Besucher. Langfristig werden 35 000 Besucher jährlich erwartet.
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Wilhelmshaven (ddp.djn). Kapitänin Merle steuert den JadeWeserPort in Wilhelmshaven an. «Ein Containerschiff fährt direkt auf uns zu», warnt ihr großer Bruder. Die fünfjährige Merle erhöht per Knopfdruck die Geschwindigkeit ihres Lotsenbootes auf 23 Knoten und reißt das Steuer herum. Im Schiffssimulator, in dem Merle steht, ist der JadeWeserPort bereits in Betrieb. Die ersten echten Schiffe werden in Deutschlands einzigem Tiefwasserhafen allerdings erst im Herbst 2011 erwartet. Bis dahin wird die nachgebaute Brücke, auf der Merle das Steuer lenkt, die Hauptattraktion der Infobox in Wilhelmshaven sein. Sie informiert direkt an der Großbaustelle über das Hafenprojekt. Seit der Eröffnung der Ausstellung vor knapp einem Monat kamen schon über 3000 Besucher. Langfristig werden 35 000 Besucher jährlich erwartet.
1,2 Millionen Euro kostete der Bau und die Ausstattung der rund 500 Quadratmeter großen Infobox. Bezahlt wurde das Projekt von der Stadt Wilhelmshaven, den drei umliegenden Landkreisen und einer 100-prozentigen Tochter des Landes Niedersachsen, wie Infobox-Geschäftsführer Jens Briese sagt. Informiert wird nicht nur über den Bau und den späteren Betrieb des Tiefwasserhafens, sondern auch über die Geschichte der Containerschiffe und die heutigen Gütertransportwege.
Besucherin Juliane Gäbel aus Koblenz hatte vor ihrem Urlaub an der Nordsee noch nie etwas vom geplanten JadeWeserPort gehört. Ohne eine Empfehlung von Bekannten wäre sie nie in die Infobox gekommen, sagt sie. Sie hätte zu viel Technisches in der Ausstellung vermutet, was ihre drei kleinen Kinder gelangweilt hätte. Stattdessen ziehen ihre Sprösslinge nun begeistert Baustellenhelme auf den Kopf und bauen an der magnetischen Murmelbahn Transportwege nach. Die Besucher sollen einen spielerischen Zugang zum Thema bekommen, betont Briese.
Die Schau beginnt mit der Verladung von Reis in Shanghai und endet mit der Ankunft des Produkts in der heimischen Küche. Dazwischen können die Besucher mit Holzklötzen ein Schiff beladen oder mithilfe eines Scanners Schmuggelgüter in einem Container suchen. An einer nachgebauten Reling kann zudem die eigene Seefestigkeit getestet werden.
Von der Dachterrasse und durch eine Panoramascheibe können unterdessen die Fortschritte der Baustelle verfolgt werden. Wer Details sehen will, zoomt mit einer Webcam die Spezialbagger näher ran, die derzeit Sand vom Grund der Jade holen und diesen an der aufzuspülenden Fläche verklappen. Auf den Aufschüttungen entstehen die späteren Terminal- und Logistikflächen, auf denen die Container umgeschlagen werden.
Besucherin Gäbel findet vor allem die Größenverhältnisse bei den Transportmitteln spannend. 11 000 Container, die die weltgrößten Containerschiffe fassen können, sind in der Schau im Maßstab stark verkleinert zu einem etwa 1,20 Meter hohen Turm aufgestapelt. Daneben liegen winzig klein die sieben Container, die eine Boeing 747 mitnehmen kann. «Dabei denkt man, eine Boeing ist schon unfassbar groß», sagt Gäbel. Die heutigen Containerschiffe seien rund 400 Meter und damit doppelt so lang wie vor 40 Jahren, sagt Briese. «Das sind die Giganten der Meere», betont er. Und die sollen bald auf ihren Fahrten zwischen Asien und Europa in Wilhelmshaven fest machen. Die Infobox wird auch nach Inbetriebnahme des JadeWeserPorts bestehen bleiben. Die Schau ist auf eine Dauer von 15 Jahren angelegt.
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