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Fast jeder zweite Hamburger hat Angst vor Altersarmut


Die Rentenlücke ist oft größer als manche meinen. Denn auf die spätere Rente entfallen Steuern und Sozialabgaben.

01.10.2014 11:05:09 - Das Thema Altersvorsorge empfinden zwar fast drei Viertel der Hamburger als wichtig bis sehr wichtig, aber trotzdem sorgen viel zu wenige Bürger tatsächlich fürs Alter vor. Dies ist eines der Ergebnisse des aktuellen Haspa Trendbarometers, einer repräsentativen Umfrage unter 500 Hamburgern im Auftrag der Haspa. „Wir wollten wissen, wie die Hamburger über das Thema Altersvorsorge denken und was sie dafür tun. Die Ergebnisse machen deutlich, dass hier bei vielen Menschen ein erheblicher Handlungsbedarf besteht“, sagt Haspa-Privatkundenvorstand Jürgen Marquardt.

 

(live-PR.com) -
Fast jeder zweite Hamburger (43 %) hat Angst vor Altersarmut, 17 Prozent sogar sehr große. Am ausgeprägtesten ist sie mit 54 Prozent bei den 40- bis 49-Jährigen. Diese Altersgruppe sorgt sich deshalb auch sehr, dass der Lebensstandard im Alter sinken könnte (58 %) und dass sie keine Ersparnisse mehr bilden können (53 %). Doch auch knapp die Hälfte (49 %) der Hamburger insgesamt fürchtet, dass der Lebensstandard sinken könnte. Die Gruppe der 40- bis 49-Jährigen sorgt nach eigenen Angaben mit 74 Prozent stärker für das Alter vor als die Hamburger insgesamt (62 %).

Frauen machen sich mehr Sorgen als Männer

Während nur 34 Prozent der Männer Angst vor Altersarmut haben, sind es bei den Frauen 53 Prozent. Dies dürfte daran liegen, dass es bei Frauen nach wie vor häufiger als bei Männern Lücken in der Erwerbsbiografie gibt. Meist entstehen diese durch Erziehungszeiten mit anschließender Teilzeitbeschäftigung oder auch durch Zeiten ohne Erwerbstätigkeit.

Vielen Hamburgern fehlt für die Vorsorge das Geld

Die Notwendigkeit einer Vorsorge für den Ruhestand ist den meisten Hamburgern bewusst. Allerdings verzichtet fast die Hälfte (46 %) derer darauf, die nicht fürs Alter vorsorgen, weil sie schlicht „kein Geld zur Vorsorge übrig“ hätten, so ein Ergebnis des Haspa Trendbarometers. Weitere Gründe sind, dass man sich nicht mit dem Thema beschäftigt hat oder der Meinung ist, dass die staatliche Rente schon zum Leben ausreichen wird. „Das könnte sich als Irrtum herausstellen“, warnt Marquardt. Er weist auf die Zahlen der Deutschen Rentenversicherung hin: 2013 gingen in den alten Bundesländern fast 550.000 Männer und Frauen in Rente. Deren Durchschnittsrente lag bei 714 Euro monatlich. „Das ist ein Betrag unterhalb der Armutsgrenze, die im vergangenen Jahr bei rund 940 Euro lag“, stellt er fest.

Sein Tipp: „Wer sich für eine Riester-Rente entscheidet, der bekommt eine zusätzliche Förderung vom Staat. Neben der Grundzulage von bis zu 154 Euro gibt es auch Zulagen für Kinder.“ Wer über ein gutes Einkommen verfüge, könnte zudem noch von einer möglichen Steuerersparnis profitieren.

Ein Drittel derjenigen, die Altersvorsorge betreiben, legen dafür monatlich mindestens 200 Euro zurück. Jeder Fünfte investiert weniger als 50 Euro im Monat, bei jedem Zehnten sind es aber 500 Euro und mehr. Bei den Vielzahlern stellen die 50- bis 59-Jährigen die größte Gruppe.

Eigene Wohnimmobilie als wichtiger Baustein der Altersvorsorge

Die staatliche Rentenversicherung und die betrieblich geförderte Altersvorsorge werden jeweils mit 69 Prozent als die wichtigsten Bausteine für eine sichere und ausreichende Altersvorsorge bewertet, tatsächlich genutzt wird die betriebliche Altersvorsorge von 34 Prozent der Arbeitnehmer. An dritter Stelle wird die eigene Wohnimmobilie genannt (60 %). Von den 30- bis 49-Jährigen wird das Eigenheim sogar als noch wichtiger als Betriebs- und staatliche Rente bewertet. Für Marquardt ist diese Einschätzung gut nachvollziehbar: „Eine ersparte Miete durch Immobilieneigentum wirkt im Alter wie eine zusätzliche Geldrente. Gerade die jüngeren Jahrgänge wissen, dass sie immer weniger aus der staatlichen Rente herausbekommen und deshalb stärker privat vorsorgen müssen.“ Und wer eine Immobilie sein Eigen nennt, und das sind 28 Prozent der Befragten, hat deshalb auch deutlich weniger Angst vor Altersarmut. So antworten 40 Prozent der Eigenheimbesitzer auf die Frage, ob sie Angst vor Altersarmut hätten: „Nein, überhaupt nicht“. In der weiterhin andauernden Niedrigzinsphase könne der Immobilienerwerb eine gute Investition sein, betont Marquardt: „Sie trägt sofort Früchte, denn ich kann sie schnell nutzen.“

Nach den Immobilien werden von den Befragten die private Rentenversicherung (52 %), die staatlich geförderte Altersvorsorge wie Riester- oder Rürup-Rente (45 %) und die Lebensversicherung (43 %) als wichtiger und notwendiger Baustein der Altersvorsorge angesehen. Von diesen drei Genannten tatsächlich auch genutzt wird allerdings zuerst die Lebensversicherung (35 %). Erst danach folgen die private Rentenversicherungen (29 %) sowie Riester- oder Rürup-Rente (25 %).

Nur wenige kennen ihre Rentenlücke

Drei Viertel der Hamburger kennen ihre persönliche Rentenlücke nicht. Erst ab dem 40. Lebensjahr beginnt jeder Fünfte sich mit diesem Thema zu beschäftigen. Erschreckend: 59 Prozent derjenigen, die die Höhe ihrer Rentenlücke nicht kennen, wollen sich darüber auch nicht informieren. „Es ist sehr bedauerlich, dass dieses so wichtige Thema von vielen auf die leichte Schulter genommen wird“, sagt Marquardt. Seine Empfehlung: „Je früher ich mit der privaten Altersvorsorge anfange, desto niedriger sind meine Beiträge und desto höher ist mein Nutzen.“

Als Renten- oder auch Versorgungslücke wird die Differenz zwischen dem letzten Nettoeinkommen und der künftigen Nettorente bezeichnet. Während es früher rund 67 Prozent des Nettolohnes als staatliche Altersversorgung gab, sind es derzeit rund 50 und – laut Experten – bald nur noch rund 40 Prozent. Denn im Hinblick auf immer weniger Einzahler in die Rentenkasse und eine höhere Lebenserwartung der Empfänger werde das Rentenniveau weiter sinken. Zudem steigt der zu besteuernde Teil der Rente weiter an, bis er 2040 bei 100 Prozent liegen wird. Sozialabgaben und Kaufkraftverlust müssen bei der Berechnung der künftigen Nettorente ebenfalls berücksichtigt werden.

Wer sich erst spät mit dem Thema Rentenlücke beschäftigt, kann eine böse Überraschung erleben: Bei mehr als einem Drittel (35 %) derjenigen, die die Höhe ihrer Rentenlücke kennen, beträgt diese monatlich 1.000 Euro und mehr.



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