Deutliches "Nein!" zu ORF-Plänen für TV-Thek Vermarktung
© OTS
24.04.2012 11:46:37 - "Ein klares Nein!" schickt Klaus Schweighofer, VÖP-Vorstandsvorsitzender und Vorstand der Styria Media Group, an die Adresse des ORF. Dieser hat angeboten, durch Kooperationen rund um die TV-Thek den Video-Werbemarkt gemeinsam mit den Zeitungsverlegern zu entwickeln.
"Dass der Werbe-Multi ORF fordert, auch die TV-Thek vermarkten zu dürfen, ist unverschämt und dreist.", kritisiert Schweighofer. "Der ORF ist bereits massiv im Werbemarkt vertreten. Auch Jahre nach der Liberalisierung wird der Rundfunkwerbemarkt noch vom ORF dominiert. Dazu hat der ORF noch 600 Millionen Euro Rundfunkgebühren. Irgendwann ist Schluss!"
"Der Markt für Bewegtbildwerbung im Internet hat zukunftskritische Bedeutung für die privaten Rundfunkveranstalter.", erläutert Corinna Drumm, VÖP-Geschäftsführerin. "Er ist einer der wenigen Wachstumsmärkte für Privatsender. Wenn die Medienpolitik in diesem Markt den gleichen Fehler macht, wie schon in anderen Werbemärkten, und dem ORF eine vorzeitige Marktbesetzungsstrategie ermöglicht, zerstört sie eine wichtige Zukunftsgrundlage der Privatsender."
Den Ambitionen des ORF, die mit Gebührengeldern (Beihilfen) produzierten Inhalte im Internet ein weiteres Mal zu kapitalisieren, sind derzeit im ORF-Gesetz mit gutem Grund Grenzen gesetzt. Eine Vermarktung der TV-Thek wäre daher nur als Ergebnis einer positiven Auftragsvorprüfung möglich und ist aus Gründen der schon bestehenden Marktmacht des ORF unzulässig. Jede Art der Umgehung dieser Beschränkung durch Lizenzierung des Contents an Dritte, die diesen Beschränkungen nicht unterliegen, ist eine Missachtung des ORF Gesetzes und daher vehement abzulehnen.
Der VÖP spricht sich daher klar dagegen aus, dem ORF zusätzliche Werbemöglichkeiten zu gewähren, insbesondere im Zusammenhang mit der TV-Thek. Die Vermarktungsmöglichkeiten des ORF müssen im Gegenteil beschränkt werden, um die Marktdominanz des ORF auf ein erträgliches Maß zurückzuführen.
"In der gesamten EU geht der Trend zu stärkeren Werbebeschränkungen für öffentlich-rechtliche Sender.", erklärt Schweighofer. "Teilweise geht das bis zur völligen Werbefreiheit. Würde Österreich dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk mehr Werbemöglichkeiten einräumen, wäre die Republik wie ein Geisterfahrer in der EU unterwegs. Das wäre schlicht undenkbar."
Rückfragehinweis:
Corinna Drumm, VÖP-Geschäftsführung
Tel. 01 / 51633-3166
E-mail: corinna.drumm@voep.at
Digitale Pressemappe: www.ots.at/pressemappe/752/aom
*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT ***
OTS0139 2012-04-24/11:42

